Schlaf, Kindlein, schlaf...


Schlafen eure Kids schon oder zählt ihr noch Schäfchen? Was tun, wenn die Kinder nicht ins Bett gehen wollen, wenn sie nicht einschlafen oder unausgeruht aufwachen? Wieviel Schlaf braucht ein Kind überhaupt? Ich werde versuchen, euch auf diese Fragen zu antworten und euch noch ein paar Tipps mit auf den Weg ins Kinderzimmer geben!


Schlaf-Fantasien


Auf Wikipedia steht, dass die kleine Taschenmaus ca. 20 Stunden am Tag schläft. Manchmal träume ich davon, den ganzen Tag im Bett zu liegen und zu schlafen - natürlich mit kleinen Päuschen dazwischen. Manchmal erfülle ich mir diesen Traum, wenn meine Tochter im Feriencamp ist und ich "sturmfreie Bude" habe.


Beim Thema Schlaf hört für mich der Spaß auf. Wenn ich nicht genug davon bekomme, bin ich äußerst schlecht gelaunt und nur schwer zu ertragen. Nun bin ich erwachsen und sollte mit solchen Situationen eigentlich gut umgehen können...stellt euch mal vor, wie es euren Kindern geht, wenn sie nicht lange genug schlafen oder keinen erholsamen Schlaf haben!


Wieviel Schlaf braucht der Mensch?


Je nach Alter ist der Schlafbedarf unterschiedlich. Wenn ihr selbst Kinder habt, dann wisst ihr, dass Säuglinge in der ersten Zeit sehr viel schlafen, von ca. 16 Stunden in der ersten Woche bis ca. 14 Stunden pro Tag im Alter von 18 Monaten. Je älter die Kinder werden, umso mehr verringert sich die Anzahl der Schlafstunden pro Tag. Der Schlaf findet eher abends und nachts statt, wobei Kinder im Kindergartenalter häufig noch gerne ein Mittagsschläfchen einlegen.


Wie habe ich diese wunderbare Zeit geliebt, wenn meine Tochter am Wochenende um die Mittagszeit ihr Schläfchen gehalten hat...das war eine willkommene Pause voll himmlischer Ruhe, in der ich Kraft für den Nachmittag bis zum Abend schöpfen konnte.


Aber irgendwann kommt ja dann die Pre-Teen oder Teenager Zeit, da könnt ihr froh sein, wenn eure Kids es am Wochenende vor 10 Uhr aus dem Bett schaffen. Ein ganz besonderer Moment ist es, wenn sie euch aus halb geöffneten Augen ansehen, die Mundwinkel leicht nach oben ziehen, so dass man mit viel Fantasie ein Lächeln erkennt und irgendetwas murmeln, das man als "Morgen" interpretieren könnte.


Änderung der Schlafzeiten in der Pubertät


Die Schlafstunden reduzieren sich auf durchschnittliche 10-11 Stunden bis zum Alter von 10 Jahren und beginnen sich dann langsam wieder zu steigern und von spät nachts bis in die Vormittagsstunden anzudauern, vor allem am Wochenende. Als Elternteil schwankt man in diesen Momenten zwischen Zufriedenheit, weil man den Morgenkaffee am Samstag und Sonntag in Ruhe genießen und die Zeitung am Frühstückstisch lesen kann und Genervtheit, a) weil man selbst als Teenager nie so lange schlafen durfte und b) weil man genau weiß, dass man die Arschkarte ziehen wird, egal wie verständnisvoll oder verständnislos man mit dieser Situation umgeht. Das lädt wiederum zu passiv aggressivem Verhalten von Seiten der Erwachsenen ein, wie zB Staubsaugen musikalisch untermalt durch die größten Hits von AC/DC um 9 Uhr vormittags.


Dabei sind die armen Teenies meist unschuldig. In der Pubertät verschiebt sich die Ausschüttung des Melatonin (Schlafhormon) aus bisher nicht geklärten Gründen zeitlich nach hinten. Jedes Jahr schlafen unsere Kinder um ca. eine Viertelstunde später ein. Das kann bis zum Alter von 18 Jahren zu einer Verschiebung von 2 Stunden führen. Dabei bleiben die Schulbeginnzeiten gleich. Das führt zwangsläufig zu einem Schlafdefizit.


Rituale vor dem Schlafengehen - nicht nur für kleine Kinder!

Es bringt also nichts, die Kinder zum früheren Schlafengehen zu zwingen, aber man kann durch das Einführen von abendlichen Ritualen dazu beitragen, dass auch die ruhelosen Teenager sich entspannen können.


Für jüngere Kinder haben die meisten von uns schon Einschlafrituale, die funktionieren. Ich möchte hier auch gar nicht speziell auf die jüngeren Kinder eingehen, für diese gibt es sehr viele Hilfsmittel und spielerische Rituale, Vorlesen aus dem Lieblingsbuch, ein Schlafmobile, ein Nachtlicht, das Lieblingskuscheltier, ... ihr seht, mir fallen spontan eine Reihe an Ritualen für kleinere Kinder ein.


Schwieriger wird es da bei den älteren Kindern, den Pre-Teens oder Teenagern, die meistens schon ein Smartphone besitzen und sich nur schwer von WhatsApp & Co trennen können. Für den Vorschlag, ein gemeinsames Leseritual aus der Kinderzeit wieder aufleben zu lassen, erntet man, wenn man Glück hat, gerade mal ein müdes Lächeln.


Jedem Tierchen sein Pläsierchen


Ihr habt das sicher auch schon erlebt - nach einem erfüllten Tag mit Freunden und Familie, den ihr an der frischen Luft verbracht habt, vielleicht beim Wandern, beim Sport, bei einem Picknick im Park, sinkt ihr zufrieden und angenehm müde in euer Bett und schlaft rasch ein. Am nächsten Morgen wacht ihr frisch und ausgeruht auf.


Für mich sieht ein erfüllter Tag anders aus, denn ich kann weder dem Wandern (sinnloses Herumlatschen in der Natur - im schlimmsten Fall bergauf oder mit Alpakas), dem Outdoor-Sport (sinnloses Herumhampeln in der Natur), noch einem Picknick (sinnloses Herumsitzen in der Natur, umzingelt von Insekten und ohne annehmbare Toilettensituation) etwas abgewinnen. Diese Kombi wäre für mich ein Horrorszenario für ein Wochenende.


Vielleicht seid ihr von dieser Vorstellung begeistert! Die Vorlieben können recht unterschiedlich sein. Ich stelle mir lieber vor, morgens eine Tasse Kaffee auf meiner sonnigen Terrasse zu trinken, dabei ein gutes Buch zu lesen oder einen Blogartikel zu schreiben, danach in meinem Garten zu werkeln, gefolgt von einem Essen mit Freunden und einem Abstecher in einen Beauty-Salon. Den Abend lasse ich gerne bei einem Spaziergang mit meiner Tochter ausklingen, bei der jede von uns den Tag Revue passieren lässt.


Innere und äußere Faktoren für einen guten Schlaf


Auch wenn sich unsere Vorstellungen von einem perfekten und erfüllten Tag nicht decken, kommen gewisse Elemente in beiden Bildern vor: frische Luft, Bewegung und soziale Interaktion. Sowohl der Geist als auch der Körper werden dabei gefordert. Die Erfüllung der inneren Voraussetzungen sorgt dafür, dass ihr abends zufrieden in euer Bett sinkt und einen erholsamen Schlaf habt.


Bei unseren Kindern können wir jedenfalls dafür sorgen, dass die Abendgestaltung unter der Woche die positiven inneren Voraussetzungen für einen guten Schlaf erfüllt.


Schafft abendliche Rituale - hier sind einige Ideen:

  • gemeinsames Abendessen

  • gemeinsamer Abendspaziergang

  • leichte Yoga Session

  • Abendmeditation

  • Gute Nacht Tee trinken (mein Lieblingstee ist YogiTee Abendtee Rooibos Vanille)

Ganz gleich, ob ihr eine dieser Aktivitäten wählt oder euer eigenes Ritual habt: das Ziel dieser Rituale soll sein, die Kinder - vor allem die älteren Kinder und Teenager - dazu anzuregen, sich mit euch über den Tag auszutauschen. Dabei können sie sich die Probleme des Tages und ihre Sorgen von der Seele reden. Das ist aber nicht die Gelegenheit, bei der Konflikte aufgeworfen werden sollten. Abends sollen die Kinder mit dem Gefühl ins Bett gehen können, dass sie zu Hause geborgen sind und dass sie die Probleme der Welt getrost bis zum nächsten Tag vergessen können.


Bei uns ist es oft so, dass meine Tochter vor dem Schlafengehen noch zu mir ins Bett kriecht, mir dann ein bisschen von ihrem Tag erzählt und mit mir "die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und einfach allem sucht" (kleiner Insider für die Fans von Douglas Adams 😉), bevor sie in ihr eigenes Bett zum Schlafen wandert.


Auch wenn euer Kind nun innerlich zufrieden ist, sollten für den erholsamen Schlaf auch einige äußere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • leicht verdauliches Abendessen

  • geregelte Schlafzeiten - auch am Wochenende!

  • möglichst angenehmes Raumklima und Temperatur im Schlafzimmer (kein Passivrauch, gute Belüftung)

  • ruhige und möglichst dunkle Schlafumgebung

  • keine elektronischen Geräte (Handy, Fernseher, Tablet)

  • "binaural beats" als Einschlafhilfe

Diese Punkte sind recht selbsterklärend, denn genausowenig, wie ein "voller Bauch gern studiert" so schläft er auch nicht besonders gut. Ganz wichtig sind auch möglichst geregelte Schlafzeiten, man kann verpassten Schlaf nicht nachholen, das bringt nur die innere Uhr durcheinander!


Die persönliche Wohlfühltemperatur im Schlafzimmer ist individuell verschieden, ich brauche eine wärmere Umgebung zum Einschlafen, meine Tochter verträgt kühlere Temperaturen. Das müsst ihr in eurer Familie selbst testen. Wenn mehrere Kinder in einem Zimmer schlafen, ist es sicher besser, eine kühlere Temperatur zu wählen und kälteempfindlicheren Kindern Schlafsocken anzuziehen.


Beim Raumklima hilft der Geruchstest - wenn es muffig riecht, muss dringend gelüftet oder renoviert werden (Stichwort: muffige Teppiche, Schimmelflecken). Und dass Passivrauchen schädlich ist, muss ich wohl nicht mehr extra erwähnen.


Wenn ihr keine Vorhänge oder Jalousien in den Schlafzimmern habt oder es euren Kindern zu hell zum Einschlafen ist, empfehle ich euren Kindern eine Schlafbrille zu verwenden.


Eine ganz tolle Alternative zum abendlichen Hörbuch sind Musikstücke mit sogenannten "binaural beats". Ohne jetzt in die wissenschaftlichen Hintergründe eintauchen zu wollen, diese Musikstücke sind sehr gut geeignet, um abends einen schnellen Entspannungszustand zu erreichen. Dank dieser Art von Meditationsmusik schlafe ich innerhalb kürzester Zeit ein und wache am nächsten Morgen ausgeruht und erfrischt auf!


Denkt daran: wenn ihr mal wieder verzweifelt die Hände ringt, weil euer Teenager sich schlapp durch den Tag schleppt, auch die Pubertät geht vorbei. Mit 19 Jahren ist der Spuk meist vorbei und das Hormonchaos hat sich wieder beruhigt.


Hier nochmal alle Links für euch zusammengefasst:


und mit einem Augenzwinkern auch die Buchempfehlung:

In diesem Sinne - gute Nacht!🐑🐑🐑

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