Schulkosten - so könnt ihr sparen!




Alle Jahre wieder schafft es ein Thema in die Schlagzeilen und in die öffentliche Diskussion - wieviel kostet eigentlich Schule?



Viele Eltern geben an, die Anschaffungen zu Schulanfang seien zu teuer. Laut Schätzungen der Arbeiterkammer Wien betragen die durchschnittlichen Kosten für ein Schulkind ca. EUR 1.000 / Jahr. Diese Zahlen sind kein aktueller Wert sondern beziehen sich auf eine Studie für das Schuljahr 2015/2016 (siehe untenstehende Grafik). Die Wiener Zeitung berichtete 2019, dass 129.000 von 240.000 Kinder aus einkommensschwachen Familien kommen.

Laut diesen Zahlen sind die größten Posten Arbeitsmaterialien, Kosten für mehrtägige Schulveranstaltungen, Selbstbehalte und Nachhilfe. Die digitale Aufrüstung zu Hause, spätestens seit dem diesjährigen Corona Lockdown ein Thema, ist ein weiterer Ausgabenpunkt.


Die Arbeiterkammer führt dieses Jahr eine Schulkostenstudie durch, es wird also bald wieder neuere Daten zu den tatsächlichen Kosten geben, mit denen Eltern von Schulkindern konfrontiert sind. Ich nehme auch an dieser Studie teil und werde wieder berichten, sobald es Neuigkeiten gibt!


Wenn es um unsere Kinder geht, sind wir mehr als bereit, tief in die Tasche zu greifen und notfalls an anderer Stelle zu sparen. Dabei vergessen wir, dass unseren Kindern der materielle Aspekt meistens nicht so wichtig ist. Den meisten Kindern ist es nicht wichtig, ob die Schultüte nagelneu oder gebraucht ist, so lange sie liebevoll mit kleinen Überraschungen befüllt ist. Das gleiche gilt für die Schultasche. Ebenso unwichtig ist es den meisten Kindern, ob ihr die Arbeitsmaterialien im Schreibwarenfachhandel oder beim Diskonter gekauft habt.


In diesem Artikel möchte ich euch einige Tipps geben, wie ihr zu Schulanfang und während des Schuljahres Geld sparen könnt.


1. Vorausplanung und Vorratshaltung


Gut geplant ist halb gewonnen! Nichts stürzt euch schneller ins Chaos als schlechte Planung oder wenn ihr in die Bedrängnis geratet, in letzter Minute noch Dinge besorgen zu müssen. Abgesehen vom Stress, dem ihr ausgesetzt seid, könnt ihr auch viel weniger oder gar nicht Angebote und Preise vergleichen. Oft steigt ihr dann teurer aus als ihr es euch leisten könnt.


Daher ist mein erster Tipp - kauft Hefte, Stifte, etc auf Vorrat ein. Meine Tochter benötigt zB in ihrer jetzigen Schulstufe jedes Jahr die gleiche Heftart. Sobald diese Heftart im Diskonter oder Fachgeschäft günstig angeboten wird, kaufe ich also gleich einige Hefte auf Vorrat. Natürlich nicht übermäßig viele, aber gerade so viel, dass wir immer ein paar von jeder Sorte zu Hause haben. Bei den meisten Diskontern gibt es jedes Jahr Angebote mit Schulmaterialien. Leider kommen diese Angebote nicht zu Schulbeginn sondern irgendwann in den Ferien. Auch wenn man noch nicht die genaue Liste an Schulmaterialien erhalten hat, kann man dennoch günstig Dinge besorgen, die das Kind immer braucht, zB Pinsel, Stifte, Geodreieck, oder Ähnliches. Meine Tochter hat eine Schachtel mit Vorräten in ihrem Zimmer. Sollte das Geodreieck kaputt werden, neue Stifte oder Pinsel benötigt werden, hat sie immer einen vernünftigen Vorrat, der uns vor Chaos bewahrt.


Mein zweiter Tipp - bewahrt am Ende des Schuljahres jene Dinge auf, die ihr im nächsten Schuljahr wieder verwenden könnt. So könnt ihr zB die Plastik Heftumschläge fürs nächste Schuljahr aufbewahren - damit schützt ihr die Umwelt und eure Geldbörse! Kontrolliert genau, welche Dinge eure Kids noch benutzen können. Der Kasten mit Wasserfarben kann geputzt und die einzelnen Farbkapseln gewaschen werden. Danach ist er oft wie neu. Falls einzelne Farben leer sind, können diese auch stückweise nachgekauft werden, wenn es sich nur um eine oder zwei Farben handelt, ist das eventuell günstiger, als den ganzen Kasten zu ersetzen.


So könnt ihr zusammen mit eurem Kind die Schulmaterialien durchgehen und bestimmt einige Dinge ins nächste Schuljahr retten.


2. Selbst kreativ werden


Wahrscheinlich stöhnen einige unter euch jetzt auf, die keine großen Bastler vor dem Herrn sind. So schlimm wird es nicht! Auch wenn kein Künstlerblut durch eure Adern fließt - ihr könnt viel Geld sparen, wenn ihr selbst ein bisschen kreativ werdet und, wer weiß, vielleicht entdeckt ihr bei euch ein neues Talent!


Mein Tipp - macht euch YouTube, Pinterest & Co zunutze. Dort gibt es haufenweise tolle Anleitungen, wie man zB die Schultüte selbst basteln kann. Dazu braucht ihr meist nur ein bisschen Buntpapiert und eine hübsche Schleife und fertig ist die Schultüte! Diese muss dann nicht unbedingt mit teuren Dingen gefüllt werden, sondern darf auch Dinge wie Radiergummi, Füllfeder und Lineal enthalten.


Mit 'kreativ werden' meine ich jedoch auch 'nach kreativen Lösungen suchen'. Muss es immer eine neue Schultasche sein? Diese Anschaffung ist für die meisten Eltern eine große finanzielle Belastung. Viele Kinder wachsen sehr schnell aus ihrer ersten Schultasche heraus und verwenden diese nur ein oder zwei Schuljahre lang. Es gibt zahlreiche Plattformen (zB www.willhaben.at), auf denen man gebrauchte Schultaschen in sehr gutem Zustand und zu einem Bruchteil des Neupreises kaufen kann. Seht euch im Internet oder auf Flohmärkten um, so könnt ihr wirklich viel Geld sparen!


3. Beschriften, beschriften, beschriften!


Besorgt euch Aufkleber, schreibt den Namen eures Kindes darauf und klebt sie am besten auf jedes einzelne Stück, das euer Kind in die Schule mitnimmt. Wenn jedes Kind in der Klasse die gleichen Arbeitsmaterialien hat, ist die Verwechslung vorprogrammiert. Wenn ihr es euch leisten könnt, lasst euch Namensaufkleber drucken. Es gibt auch Namensetiketten für Kleidung zum Aufbügeln (zb auf den Wäschezettel) oder Etiketten zum in die Schuhe kleben. Wenn euer Schatz die Jacke in der Schule vergisst oder das Turnsackerl mal wieder in einer Ecke liegen gelassen hat, wird es umso leichter sein, diese Dinge wiederzufinden und zu identifizieren.


Ein einfacher Tipp für die Beschriftung von Bleistiften bzw Buntstiften: nehmt ein scharfes Messer und entfernt damit - vorsichtig - einen Teil der Beschichtung am Ende des Stifts. Dann könnt ihr darauf, zB mit Kugelschreiber, den Namen eures Kindes schreiben. Das ist zwar mit etwas Aufwand zu Beginn jedes Schuljahres verbunden, dafür ist es gratis! Auf die Turnschuhe meiner Tochter habe ich zur Identifizierung ihrer Schuhe an einer unempfindlichen Stelle einen Tupfen knalligen Nagellack gesetzt.


Gebt euren Kindern keine teuren Dinge in die Schule mit, wenn das nicht unbedingt notwendig ist. Bedenkt auch, dass Kinder sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schmutzig machen werden und sogar manchmal mit einem Loch in der Hose nach Hause kommen werden! Reserviert also die teuren und empfindlichen Kleidungsstücke für besondere Anlässe! Dann ärgert ihr euch auch nicht über ein weiteres Loch in der Strumpfhose oder der Jeans.


4. Spart nicht am falschen Ende


Nicht immer ist es vernünftig, die billigsten Dinge zu kaufen. Achtet nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität. Manchmal sind billige Filzstifte bereits nach kurzer Zeit wieder ausgetrocknet und ihr müsst sie ersetzen. Dadurch kommt ihr eventuell am Ende sogar teurer weg als wenn ihr gleich die etwas teureren Stifte gekauft hättet.


Auf keinen Fall solltet ihr bei der Füllfeder eures Kindes sparen. Hier ist es sehr wichtig, auf gute Qualität zu achten. Am besten ihr kauft die erste Füllfeder zusammen mit eurem Kind im Fachhandel und lasst euch von einer Fachkraft beraten.


Nehmt euch Zeit, seht euch alle Angebote genau an, damit ihr keine bösen Überraschungen erlebt!


5. Keine falsche Scham!


Jeder von uns kann einmal in eine Situation kommen, in der er Hilfe braucht. Es gibt zahlreiche Stellen und Initiativen, an die ihr euch wenden könnt, wenn ihr in finanziellen Schwierigkeiten steckt und Unterstützung bei den Schulkosten eurer Kinder braucht. Erkundigt euch nach Hilfsaktionen zu Schulbeginn bei eurer lokalen kirchlichen Organisation (zB Caritas) oder sucht nach Angeboten im Internet.


In Wien gibt es die Carla-Läden der Caritas (https://www.carla-wien.at/), dort findet ihr unterschiedlichste Artikel und Kleidung zu günstigen Preisen. Seit 27. Oktober 2020 gibt es in Wien den Sozialmarkt für Spiel- und Kinderwaren des SOS Kinderdorf (weitere Infos unter: https://www.sos-kinderdorf.at/aktuelles/sos-ballon-eroffnung). Dort findet ihr nicht nur Spielzeug, sondern auch Kinder-, Jugend- und Schulbücher, Schreib- und Bastelmaterial sowie Kinderkleidung bis Größe 120.


Viele Schulen haben auch einen Elternverein, der Eltern finanziell unterstützt, zB bei der Finanzierung von Schulausflügen oder Klassenfahrten. Schämt euch nicht, dort anzufragen und um Unterstützung zu bitten. Wenn ihr für die finanzielle Unterstützung eine Gegenleistung erbringen wollt, dann spendet bei der nächsten Veranstaltung einen Kuchen fürs Büffet oder bietet an, dafür bei der nächsten Feier eine Aufgabe bei der Organisation zu übernehmen.


6. Zusammen sind wir stärker


Schafft euer eigenes Unterstützungs Netzwerk, sei es im eigenen Familien- und Freundeskreis oder sei es innerhalb der Klassen- oder Schulgemeinschaft. Es fällt mir nicht immer leicht, Kontaktie zu knüpfen oder andere Eltern, Familie oder Freunde um Hilfe zu bitten und ich bin mir sicher, dass es vielen so geht. Falls ihr einen Klassenelternvertreter habt, könnt ihr mit ihm oder ihr Rücksprache halten und eventuell eine Art Tauschsystem organisieren, vielleicht ein schwarzes Brett, auf dem Eltern Dinge zum Tausch anbieten können oder günstig verkaufen oder weitergeben können. Vielleicht könntet ihr nicht nur einen Austausch an materiellen Dingen organisieren, sondern auch einen Austausch an geistigem oder praktischem Know-How, zB ein Elternteil gibt Mathe Nachhilfe, dafür gibt es Englisch Nachhilfe oder bei praktischer veranlagten Eltern vielleicht einen Gratis Waschmaschinenanschluss oder eine Werkstunde. Wer weiß, vielleicht wird dank eures Anstoßes eine ganze Bewegung ins Leben gerufen?


Fazit: habt keine Scheu, euch Hilfe zu holen und andere um Unterstützung zu bitten. Oftmals ist das Problem gar nicht so unlösbar, wie ihr zunächst gedacht habt. Und denkt daran - wenn es euch nicht gut geht, dann könnt ihr euren Kindern auch keine positiven Vibes vermitteln. Darum denkt auch an euch selbst und an eure geistige und körperliche Gesundheit, damit ihr noch lange viel Spaß und Freude mit euren Kids teilen könnt!

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